Es wird immer wieder viel über die Datenschutzproblematik bei facebook geschrieben, berichtet und diskutiert. Das ist auch grundsätzlich sehr gut und zu begrüßen. Zeit es doch, dass das Thema Datenschutz immer mehr wahrgenommen wird.

Leider werden immer wieder Halbwahrheiten, Vermutungen, Verschwörungstheorien und Fakten durcheinandergeworfen und teils unreflektiert übernommen.

Ich möchte einfach mal ein paar Punkte aufgreifen welche mir immer wieder in Diskussionen zu facebook begegnen.

Teils lasse ich die Zitate aus der Datenschutzerklärung  von facebook unkommentiert stehen da diese für sich selbst sprechen. Ich freue mich aber über einen regen Austausch, kritische Anmerkungen und Ergänzungen.

Oft heisst es, die Datenschutzeinstellungen und Erklärungen wären „irgendwo versteckt“. Das stimmt nun überhaupt nicht. Scrollt man auf der facebook-Seite ganz nach unten so gibt es dort den direkten Link „Datenschutz“. Ein Klick hierauf und man landet auf der Seite „Privatsphäre-Einstellungen“. Von dort gibt es an zwei prominenten Stellen deutliche Hinweise auf die Datenschutzrichtlinien.

Aber erst mal zur Seite „Privatsphäre-Einstellungen“. Hier werden alle Einstellmöglichkeiten und die Bedeutungen ausführlich erklärt. Hier ist auch zu finden, welche Informationen grundsätzlich für „Alle sichtbar“ sind. Nämlich: Name, Profilbild, Geschlecht und die Netzwerke und, zumindest standardmäßig zu Beginn, auch bspw. Heimatstadt und Interessen.

Hier gilt wieder der Grundsatz im Vorfeld zu überlegen welche Informationen ich wo preisgeben möchte.

Das Schloss-Symbol unterhalb des Eingabefeldes ermöglicht für jede Statusmeldung die Auswahl für wen diese sichtbar sein soll. Achtung: Das schützt nicht davor, dass bspw. ein vermeintlicher Freund diese Nachricht/Bild jetzt oder später öffentlich (auch außerhalb von facebook) weiterverbreitet.

Statements und passende Zitate von der Seite „Privatsphäre-Einstellungen“:

Alle Informationen werden weiterverkauft!

Wir teilen deine persönlichen Informationen niemals mit unseren Werbekunden. Die Auswahl von Zielgruppen für Werbeanzeigen erfolgt komplett anonym.

 

Kinder und Jugendliche können das noch nicht beurteilen!

Wir haben uns zum Schutz von Minderjährigen, die Facebook verwenden, verpflichtet. Bis zu ihrem 18. Geburtstag erstellen wir für Minderjährige kein öffentliches Suchergebnis. Außerdem wird die Sichtbarkeit ihrer Informationen auf Freunde von Freunden und Netzwerke beschränkt, auch wenn sie die Einstellung „Alle“ für diese ausgewählt haben. Name, Profilbild, Geschlecht und Netzwerke sind davon ausgenommen. Diese Informationen sind für „Alle“ sichtbar, damit ihre Freunde sie erkennen können.

 

Nun noch einige Statements und passende Zitate aus der Seite „Datenschutzrichtlinie“:

Die Daten liegen in den USA und dort gibt es keinen Datenschutz!

Safe Harbor. Facebook hält sich des Weiteren an die Safe-Harbor-Bestimmungen des US-Handelsministeriums und der Europäischen Union.

 

Kinder und Jugendliche können das noch nicht beurteilen!

Keine Entgegennahme von Informationen von Kindern unter 13 Jahren.

Mitwirkung von Eltern. … Materialien, die Eltern nützlich sein können, um mit ihren Kindern über den sicheren Gebrauch des Internets zu sprechen, befinden sich auf dieser Hilfeseite.

Diese Hilfeseiten sind übrigens nicht nur für Eltern interessant!

 

Was wird denn noch alles gesammelt?

Zugriff auf Informationen von Zugangsgeräten und Browsern. Wenn du über einen Computer, ein Handy oder ein anderes Gerät auf Facebook zugreifst, sammeln wir u. U. von diesem Gerät Informationen über deinen Browsertyp, deinen Standort, deine IP-Adresse und die Seiten, die du besuchst.

Schaltflächen und Felder mit Facebook-Inhalten können auf anderen Webseiten angezeigt werden, um dein Nutzererlebnis zu verbessern. Die von dir besuchten Webseiten erhalten keine deiner Informationen. Die Inhalte in diesen sozialen Plug-ins stammen direkt von Facebook. Wenn du auf „Gefällt mir“ klickst oder einen Kommentar hinterlässt, wird dies auf Facebook veröffentlicht und deinen Facebook-Freunden angezeigt, welche ein Plug-in auf derselben Webseite sehen.

 

Man kann die Konten nicht mehr löschen!

Konten im Gedenkzustand. …Wenn wir über den Tod eines Nutzers benachrichtigt werden, dürfen wir das Konto dieses Nutzers zu seinem Gedenken aufrechterhalten. 

Deaktivierung oder Löschung deines Kontos. …Du kannst dein Konto auf der „Kontoeinstellungen“-Seite deaktivieren oder auf dieser Hilfeseite löschen.

Übrigens dazu ein Hinweis auf ein Video von mir „facebook-Account löschen in 75 Sekunden

Facebook schreibt andere Personen in meinem Nanen an!

Wenn du Freunde zum Beitritt zu Facebook einlädst. Wenn du uns bittest, einen Freund oder eine Freundin zu Facebook einzuladen, senden wir ihm/ihr eine Nachricht in deinem Auftrag und unter Verwendung deines Namens. Die Einladung kann auch Informationen über andere Nutzer enthalten, die dein Freund oder deine Freundin möglicherweise kennt. Wir können zudem in deinem Namen zwei Erinnerungen an ihn/sie senden. Du kannst sehen, wer deine Einladungen angenommen hat, Erinnerungen verschicken und auf der Einladungsverlaufseite die E-Mail-Adressen deiner Freunde löschen. Wenn dein Freund/deine Freundin nicht möchte, dass wir seine/ihre Informationen speichern, werden wir diese ebenfalls auf seinen/ihren Antrag hin, der mithilfe dieser Hilfeseite einzureichen ist, entfernen.

 

Hier nochmal ein deutlicher Hinweis, welche auch mir immer wichtig ist, dass es keine technischen Möglichkeiten gibt, es zu unterbinden, dass ein „Freund“ eine vertrauliche Information (evtl. auch außerhalb von facebook) veröffentlicht.

Veröffentlichen bei facebook heißt letztlich „veröffentlichen“!

Inhärente Risiken beim Informationsaustausch. Obwohl wir dir die Möglichkeit bieten, den Zugriff auf deine Informationen über die Privatsphäre-Einstellungen einzuschränken, solltest du dir darüber im Klaren sein, dass keine Sicherheitsmaßnahme perfekt oder unüberwindbar ist. Wir haben keine Kontrolle über die Handlungen von anderen Nutzern, mit denen du deine Informationen austauschst.