Kaum hat Facebook seine Neuerungen angekündigt und für Entwickler freigegeben (wer noch kein Entwickler ist, so geht es: http://goo.gl/LVPoK) da kommt auch schon der große Aufschrei:

Facebook will alles – Facebook will Dein Leben

Dabei will Facebook das gar nicht. Facebook arbeitet nur konsequent an dem weiter, was Facebook bisher ausgemacht hat. Das veröffentlichen von Informationen (Statusmeldungen, Fotos, Videos, Notizen, Käufen, ….) auf einer eigenen Profilseite in einem sozialen Netzwerk.

Die jetzigen Neuerungen erweitern diese Funktionen nun noch einmal und stellen eine bessere Sortierung des vorhanden dar. Dadurch wird das, was sowieso schon vorhanden ist, noch einmal deutlicher und besser sichtbar. Es wird aufgeräumt.

Facebook bietet einen klasse Service – wenn man diesen denn nutzen möchte und sich und sein Leben zumindest in Teilen öffentlich machen möchte.

Natürlich, bei denjenigen die Facebook nicht nutzen möchten weil sie Ihre Daten keinesfalls preisgeben möchten ruft dies Unverständnis, vielleicht sogar Angst hervor. Aber: Niemand muss bei Facebook mitmachen.

 

Die Drohszenarien, dass Facebook nun das Leben, mindestens aber ALLE Daten eines jeden haben will, sind jedoch überzogen.

Die Daten sind nur dann für Facebook nutzbar wenn die Person auch weiterhin bei Facebook bleibt und aktiv mitmacht.

Natürlich, Facebook ist nicht kostenlos. Bezahlt wird nur nicht mit Geld sondern mit der Erlaubnis, zielgerichtet (nach Auswertung der vorhandenen! Daten) Werbung zu schalten. Für die Werbeschaltenden durchaus interessant um Streuverluste zu vermeiden und Nutzer gezielt auf Ihre Bedürfnisse anzusprechen.

Das funktioniert aber nur, wenn Facebook interessant und sauber bleibt. Sonst hat Facebook zwar viele (sowieso niemals alle) veraltete Daten aber keine Nutzer die Werbung sehen.

 

Also, Facebook will keine Daten sondern Nutzer – und die kommen weil Sie bei Facebook bequem Daten und Informationen mit anderen Nutzern austauschen können. Man kann mit Menschen kommunizieren.

Hilfreich wäre es wenn auch die “Datenschützer” und Kritiker, ebenso wie Facebook , die Kommunikation suchen würden um den Dienst gemeinsam zu verbessern und über die Möglichkeiten (und auch Risiken) aufzuklären und bewusst zu machen welch großen Vorteil wir durch einen solch frei zugänglichen Service zur Wissensteilung haben. Wobei hier Facebook derzeit immerhin die Kommunikation mit den Nutzern führt.

 

Letztlich ist die neue Timeline eine übersichtliche Darstellung der eingetragenen Informationen. Nichts anderes als eine gedruckte Biografie. Auch dort gebe ich vieles über mich preis und kann diese Informationen (zumindest in der ersten Auflage) nicht mehr zurückholen.

Vielleicht wird in 50 Jahren über Facebook -Profile genauso an Schulen gesprochen wie heute über die “Tagebücher von Anne Frank” oder “Wir Kinder vom Bahnhof Zoo”. Sicherlich ein deutlicher Mehrwert für die zukünftige Generation Informationen nicht nur zu lesen sondern auch zu sehen und zu hören.