Soziale oder gesellige Netzwerke?

Social Media (engl.) wird oft mit „Soziale Medien“ übersetzt und dient als Sammelbegriff für internet-basierte mediale Ange­bote, die auf sozialer Interaktion basieren. Dabei stehen Kom­munikation und der Austausch nutzer­ge­nerierter Inhalte im Vordergrund. Bei Social Media geht es um Kommunikation. Social Media dient der Beziehungspflege. Für Unternehmen geht es um Kommunikation und Beziehungspflege mit Kunden, Bewerbern und  Mitarbeitern.

Social Media als neue Kommunikationskanäle

Mit dem Internet und seinen Social Media-Diensten sind neue Kommunikationskanäle zu den bereits bestehenden hinzugekommen, deren globale Vernetzung auch für lokale Anbieter von Produkten und Dienstleistungen von Bedeutung ist. Immer mehr Menschen nutzen das Internet und die Social Media- Dienste mobil und somit in ihrem direkten sozialen und lokalen Umfeld. Für Unternehmen und Arbeitgeber ist es sinnvoll, dort zu sein, wo Kunden, Bewerber und Mitarbeiter sich befinden und sich mit ihnen zu kommunizieren. Dies kann durch regelmäßige Informationen, Produktvideos oder die Erreichbarkeit über die Social Media-Dienste, zum Beispiel für Serviceleistungen, erfolgen.

Diese Kommunikation sollte auch persönliche Inhalte sowie einen Mehrwert für die Zielgruppe bieten. Die Inhalte können auch aus trivialen Themen, beispielsweise dem Wetter bestehen. Das ist virtueller Small Talk. Natürlich darf es sich nicht ausschließlich um Small Talk handeln, sondern die inhaltlichen Themen müssen überwiegen. Hier hilft ein Themenplan, der die geplanten Veröffentlichungen, die Verantwortlichkeiten und die Ziele schriftlich für die nächsten drei bis sechs Monate in einer Kommunikationsstrategie fixiert. Diese Kommunikation und Beziehungspflege kann zur Steigerung des Einkaufserlebnisses und der Mitarbeiterbindung genutzt werden.  Dadurch können Unternehmen von direkter Rückmeldung ihrer Zielgruppe im gesamten Prozess profitieren. Im Idealfall ist das Unternehmen das positive Gesprächsthema, ohne selbst aktiv zu werden.

Social Media im mobilen Bereich

Gerade im mobilen Bereich erlebt Social Media eine enorme Bedeutung. So haben acht Prozent der Internetnutzer keinen festen Internetzugang mehr. Es genügt das Smartphone, welches an das TV-Gerät angeschlossen und mit einer Funktastatur versehen wird. Das bedeutet aber auch, dass die persönliche Informations- und Kommunikationsplattform überall und jederzeit verfügbar ist. Sei es bei direkten Preisvergleichen, Beschwerden oder Kundenbewertungen.

Unternehmen machen sich diese Funktionen der Kommunikation zu Nutze und ermöglichen zufriedenen Kunden direkte Bewertungen und Empfehlungen. Dadurch können Kunden Serviceleistungen bewerten oder sie können direkt an der Entwicklung von Produkten teilhaben. Zum Beispiel bietet Lego eine virtuelle Plattform, um neue Modelle zu entwickeln und Google hatte die Verschlagwortung seiner Bildersuche in ein Spiel ausgelagert.

Diese Arbeit geschieht völlig freiwillig und kostenlos; einfach weil der Mensch spielen und kommunizieren will – Stichwort Gameification. Schon immer waren Spiele und Kommunikation wesentliche Bestandteile von Geselligkeit. Die bessere Übersetzung von Social Network wäre somit „gesellige“ Netzwerke, statt soziale Netzwerke. Die einfachste Form dieses „Spieles“ ist es, Informationen weitergeben zu lassen.

Risiken beim Social Media-Einsatz

Die Risiken sind überschaubar, wenn man authentisch und ehrlich ist und gute Produkte oder Dienstleistungen anbietet. Wichtig ist, sich vorab als Unternehmen eine Strategie zu überlegen und die rechtlichen und moralischen Anforderungen zu kennen und einzuhalten.

Fällt die Bewertung eines Kunden einmal negativ aus, sollte das Unternehmen darauf eingehen, indem auf die Kritik geantwortet wird und die Kunden sich ernst genommen fühlen. Wichtig ist im Internet die zeitnahe und deskalierende Kommunikation. Im Unterschied zu konventionellen Beschwerden ist die gesamte Kommunikation mit dem kritischen oder unzufriedenen Kunden unter Umständen öffentlich und wird von vielen weiteren Teilnehmern wahrgenommen oder gar aufgegriffen.

Auswahl des richtigen Netzwerks

Welches Netzwerk das richtige ist, ist abhängig von der Branche und der Zielgruppe, die erreicht werden soll.

Momentan ist Facebook das soziale Netzwerk Nummer eins und hat seine Nutzer in allen Teilen der Bevölkerung (siehe Grafikauswertung für Detmold). Insbesondere um gezielt Konsumentengruppen anzusprechen oder zukünftige Mitarbeiter zu erreichen lohnt sich hier die Aktivität für Unternehmen. Doch auch andere Plattformen bieten sinnvolle Möglichkeiten mit unterschiedlichen Schwerpunkten. So sind die Netzwerke Xing und LinkedIn zur Pflege der geschäftlichen Kontaktdaten geeignet und bieten unterschiedlichste Fachforen. Über spezielle Plattformen und Dienste wie beispielsweise Twitter (für Kurznachrichten) oder Pinterest (für Bilder) können Unternehmen ihre Zielgruppe mit einer sehr konkreten und klaren Botschaft erreichen.

Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen stellt sich die Frage, wie viel Zeit kann und möchte man in die eigenen Social Media Aktivitäten investieren, und wer hat die nötigen Kompetenzen zu dem jeweiligen Thema – nicht unbedingt zu dem jeweiligen Netzwerk. Unternehmer sollten langsam anfangen. Kontinuität und Qualität ist wichtiger als in sporadischen Abständen zu viele Beiträge zu veröffentlichen.