größer, schneller, billiger

Cloud Anbieter werben mit immer günstigeren und kostenlosen Lösungen. Unbegrenzter Speicherplatz ohne Kosten. Sehr verlockend bei immer kleineren Speicherplätzen in den Mobilgeräten.

Fotos und Musik können direkt in die Cloud geladen werden und stehen sogar direkt der Verwandtschaft und den Freunden zur Verfügung. Der Umweg über den PC, einen USB Stick oder gar eine CD entfallen.

Aber was bedeutet hier eigentlich ewig? Auch die Fotos und Dateien auf den 5,25“ Disketten sind noch vorhanden und sind sicher. Nur man kann halt meist nicht mehr darauf zugreifen.
Was ist, wenn dies auch in ein paar Jahren (Monaten) mit den den Daten in der Cloud geschieht? Hier aber sprechen wir von wesentlich mehr Daten.
Die Fotos der ersten Lebensjahres des Kindes, die Versicherungsunterlagen die umfangreiche Musiksammlung und die wichtigen Dokumente?

 

Alles sicher in der Cloud?! Aber sicher.

Sogar sicherer als bei den meisten Unternehmen im Keller oder auf dem alten PC im Homeoffice.
Aber auch wenn die Daten sehr einfach in die Cloud gelangen und weil dort im Laufe der Zeit eine sehr große Datenmenge aufgebaut wird, gibt es einige Punkte zu beachten.
Für Unternehmen greifen, zumindest wenn personenbezogene Daten betroffen sind, auch die Regelungen und Vorgaben der Datenschutzgesetze. Darauf möchte ich hier aber gar nicht weiter eingehen.

Was aber wenn die Trennung erfolgt?
Wie kann man seine Daten aus der Cloud herausholen? Wie ist der Exit zu planen?

 

Scheidungsvorbereitung

Hierbei sind verschiedenste Vorüberlegungen zu treffen:
Um was für eine Serviceleistung handelt es sich? Geht es nur um Speicherung (Storage) oder auch um eine Softwarelösung (SaaS) in welcher Daten verarbeitet werden?

Bei einer reinen Speicherlösung geht es darum, sicherzustellen, dass die in die Cloud übertragenen Daten zeitnah auf einen eigenen Datenträger zurückgeladen werden können.

Hierzu ist eine entsprechende Datenverbindung (Bandbreite, Stabilität) und ein entsprechender Speicherplatz notwendig. Gerade letzteres hört sich trivial an, entpuppt sich aber häufig als Problem, wenn Daten permanent über das Smartphone bzw. eine Kamera direkt in die Cloud gespeichert werden. Oftmals ist ein PC nicht mehr vorhanden (Privathaushalt) oder die Zugangsdaten für die Cloud sind nicht mehr bekannt oder im Smartphone gespeichert – welches verloren oder defekt ist.

Komplizierter wird es, wenn es sich um eine SaaS (Software as a Service) Lösung handelt wie bspw. Office356, iTunes, Trello etc.
Hier können die Daten unter Umständen exportiert werden wenn der Anbieter eine soplche Schnittstelle anbietet. Hier ist man jedoch auf den Anbieter angewiesen und kann die Daten später trotzdem nicht mehr weiter verarbeiten da der Zugriff auf die Software wegfällt.

Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) welche ab 2018 in ganz Europa gilt kennt hierbei das Recht auf Portabilität.
Aber weder die gesetzliche Vorgabe noch vertragliche Regelungen helfen einem wenn die eigenen Daten verloren sind.

 

Die Exitstrategie sollte folgende Punkte beinhalten:

  • Dokumentation der Daten (Was habe ich überhaupt)
  • Wo sind diese Daten gespeichert (Zugangsdaten, Verschlüsselungen)
  • Wie sind die Schnittstellen definiert

Das ganze sollte nicht erst stattfinden, wenn man sich mit dem Gedanken der Trennung trägt. Vielleicht denkt der Cloudanbieter hier schon weiter und stellt Sie vor vollendete Fakten oder setzt ein knappes Ultimatum zum Export der Daten.

Diese Erfahrungen durften schon so manche machen wie bspw. die Abschaltung der iWorks von Apple oder dem Crash in der Amazon-Cloud.

Die Vorsorge sollte aber auch bei der eigenen private-Cloud oder dem lokal installierten Dokumentenmanagementsystem greifen.
Das Zauberwort heißt hier Backup. Und zwar ein eigenes Backup aus der Cloud nach Hause/ins Büro oder eben, gerade bei größeren Datenmengen, eine permanente Synchronisation in eine andere Cloud.