Hilfe, mein Teelichtofen (oder der Adventskranz) brennt

Frage der Woche Datensicherheit

Ein paar Tipps zum richtigen Umgang mit Kerzen und Teelichtern; geeignet nicht nur für die Advents- und Weihnachtszeit.

Aus aktuellem Anlass der uns bevorstehenden Jahreszeit, sowie den vielen im Internet kreisenden Empfehlungen wie man mit so genannten „Teelichtöfen“ Geld für Heizkosten sparen und angeblich die Wohnung heizen können soll, habe ich aus Sichtweise meiner ehrenamtlichen Tätigkeit bei der freiwilligen Feuerwehr diesen Artikel erstellt.

Es geht hier nicht primär um unsere Kernthemen Datenschutz/Datensicherheit, Digitalisierung und Internetmarketing, dennoch kann das Thema Datensicherheit im Falle eines Wohnungs- oder Gebäudebrandes aber schnell wieder ein Thema werden.

Echte Kerzen zur Weihnachtszeit bereiten durch ihren warmen Schein eine besinnliche Stimmung. Egal ob auf dem Adventskranz- oder Gesteck, am Weihnachtsbaum oder auf dem Gabentisch ist ihr Flackern schön anzusehen und sorgt für die passende Atmosphäre im Raum.

Allerdings kann das faszinierende Flackern insbesondere Kinder dazu verleiten, die Gefahr des Feuers zu vergessen oder falsch einzuschätzen. Gerade wenn die Kerzen in der dunklen Jahreszeit oder besonders zur Weihnachtszeit alltäglich werden. Besonders die Erwachsenen sind gefordert. Sie sollten in dieser Zeit ein gutes Beispiel sein und den umsichtigen Umgang mit dem Feuer vermitteln.

Aber auch für Erwachsene, die den Beiträgen im Internet Glauben schenken man könne aus der Kombination von ein paar Teelichtern und Tontöpfen eine kostengünstige Heizung bauen und so die Energiekosten reduzieren, verbergen sich hier große Gefahren.

ACHTUNG: Dicht zusammengestellte Teelichter entwickeln eine enorme Hitze, gerade bei diesen Öfen oberhalb der Flamme. Es brennen die Gase und somit die gesamte Fläche. Hinzu kommt, dass die eingesetzten Materialien wie Tontöpfe und Metallstangen sich ebenfalls erhitzen, weitere umliegende Flächen wie z.B. der Tisch wird entzündet.

Der damit entstehende Wachsbrand ist, genauso wie ein Fettbrand, nicht mehr mit Wasser löschbar!

Die Feuerwehr Braunschweig hat das einmal getestet und ein Video dazu erstellt. Dieses, und noch weitere Videos zu anderen alternativen Heizmethoden von denen dringend abgeraten wird, ist auf der Internetseite des NDR unter dem Link:

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/braunschweig_harz_goettingen/Feuerwehr-Braunschweig-warnt-vor-Braenden-durch-Teelichtoefen,teelichtoefen100.html zu sehen.

Einige grundlegende Regeln sollten bei Verwendung von echten Kerzen oder Teelichtern beachtet werden:

  • Kerzen oder Teelichter niemals unbeaufsichtigt brennen lassen.
    Lassen Sie keine Kerzen unbeobachtet und Kinder sowie Haustiere mit brennenden Kerzen allein in einem Raum.
    Unachtsamkeit ist die Brandursache Nummer eins!
  • Sind Feuerzeuge und Streichhölzer gut und sicher aufbewahrt, so dass Kinder nicht selbstständig die Kerzen anzünden können?
  • Kerzen nicht unter starker Zugluft brennen lassen.
  • Verwenden Sie immer geeignete, stabile, nicht brennbare Kerzenhalter und achten Sie auf Standsicherheit der Kerze.
  • Verwenden Sie keine Kerzen, die aufgrund von Sonneneinstrahlung bereits ihre Form verändert haben, wodurch ein sauberes Abbrennen nicht mehr gewährleistet ist.
    Die Mischung aus Paraffin und Stearin, welches in der Regel zur Herstellung von Kerzen verwendet wird, kann schon ab 40°C, z.B. durch Sonneneinstrahlung, weich werden.
  • Beachten Sie bei Verwendung von Kerzen oder Teelichtern die Einhaltung ausreichender Abstände zu anderen brennbaren Gegenständen wie Gardinen, Tannenzweigen, Lampenschirme, Geschenkpapier oder ähnlichem.
    Besonders bei Stövchen, Aromaverdunstern oder Kerzenhäusern sollte darauf geachtet werden, dass diese nicht zu heiß werden und sich dadurch entzünden.
  • Achten Sie auf heruntertropfendes Wachs bei dem Adventsgesteck oder dem Weihnachtsbaum. Auch das flüssige und heiße Wachs hat eine so hohe Temperatur, dass dadurch problemlos trockenes Tannengrün entzündet werden kann.
  • Bewegen Sie niemals brennende Kerzen oder Teelichter deren Wachs noch flüssig ist. Es besteht die Gefahr von Verbrennungen am Körper oder das Entzünden anderer Gegenstände durch das heruntertropfende Wachs.
  • Lassen Sie Kerzen nie ganz herunterbrennen. Auch die Flamme kann durch ihre Wärme das nach ein paar Tagen ausgetrocknete Tannengrün oder sonstige Dekoration am Adventsgesteckt oder Weihnachtsbaum entzünden.
  • Löschen Sie Kerzen nicht durch starkes Pusten, sondern mit dem Finger oder noch besser durch einen Kerzenlöscher.
  • Besondere Vorsicht gilt bei Teelichtern:
    Diese niemals dicht zusammenstellen oder gruppieren, Mindestabstand ca. 10 Zentimeter dazwischen einhalten. Teelichter erreichen beim Abbrennen eine sehr große Hitzeentwicklung. Dadurch entsteht die Gefahr einer schlagartigen Zündung brennbarer Gase oberhalb der Gesamtfläche. Hierdurch brennt dann nicht nur das einzelne Teelicht in seinem Gefäß, sondern die gesamte Fläche aller Teelichter als eine große unkontrollierbare Flamme.
  • Teelichter niemals direkt auf leicht entflammbare Unterlagen wie z.B. Servietten oder Tannenzweige stellen.

 

Gefahren bei Verwendung elektrischer Lichterketten und Kerzen:

  • Bei der Verwendung von LED-Lichterketten oder -Teelichtern sollte darauf geachtet werden, dass diese ein VDE-Prüfzeichen besitzen.
  • Achten Sie auf die Überlastung von Steckdosen. Schließen Sie nicht die gesamte Weihnachtsbeleuchtung an eine einzelne Steckdose an.
    Es kann zu einer Überlastung und somit zu einem Kabelbrand in der Steckdose oder der Wand kommen.
  • Verwenden Sie keine hintereinander geschalteten Mehrfachstecker.
    Auch hierdurch besteht die Gefahr, dass Mehrfachstecker überlastet werden und schmelzen können.
  • Nehmen Sie vor Inbetriebnahme eine Sichtprüfung der Lichterketten vor. Achten Sie auf defekte Glühlampen deren Glassockel gesplittert ist, auf verbogene Stecker oder auf eine beschädigte Isolierung der Leitungen.
    Es besteht nicht nur die Gefahr des Brandes, sondern auch die Gefahr eines Stromschlages bei beschädigten Kabeln oder Steckern.

Vorbeugend für den Fall, dass doch etwas passiert:

  • Stellen Sie geeignete Löschmittel wie z.B. Feuerlöscher oder Löschdecken, einen Eimer Wasser oder eine Gießkanne bereit.
    ACHTUNG! Teelichter sind üblicherweise aus Paraffin oder Stearin hergestellt, ein Erdölprodukt. Sie gelten also als Flüssigkeit. Sie können ähnlich wie brennendes Fett, Öl oder Benzin, nicht mit Wasser gelöscht werden. Hier müssen die Flammen durch eine Decke oder ein feuchtes Handtuch erstickt werden.
  • In allen Bundesländern herrscht eine Rauchmelderpflicht, in einem Bundesland gibt es noch Übergangsregelungen für Bestandsbauten, die am 31. Dezember 2023 ablaufen. Sollten Sie noch keine Rauchmelder installiert haben holen Sie dieses dringend nach.
    Rauchmelder retten Leben, nicht nur zur Weihnachtszeit!
  • Sollten Sie einen Kamin oder Kaminofen betreiben installieren Sie zusätzlich einen CO-Melder. Dieser warnt vor giftigen Gasen bei falscher Verbrennung.

Und wenn es dann doch passiert: Wählen Sie den Notruf 112 der Feuerwehr und des Rettungsdienstes.

👉 Die Feuerwehr macht Hausbesuche, auch an Weihnachten und zu Silvester.

  • Unternehmen Sie bei kleineren Entstehungsbränden eigene Löschversuche durch zudecken der Flamme mit einer Decke, einem nassen Handtuch oder sofern verfügbar einem Feuerlöscher.
  • Sollte der Brand zu weit fortgeschritten sein und Sie das Feuer nicht schnell genug löschen können, weil bereits der gesamte Weihnachtsbaum oder Tisch brennt, bringen Sie sich nicht unnötig in Gefahr! Schließen Sie alle Fenster und Türen zu dem betroffenen Raum und bringen Sie sich, Ihre Familie sowie Haustiere schnellstmöglich in Sicherheit.
    Verlassen Sie die Wohnung und das Haus, informieren Sie eventuell weitere Mitbewohner des Hauses und warten Sie mit ausreichendem Abstand zum Gebäude auf das Eintreffen der Feuerwehr.
    Beachten Sie: Bei einem Feuer in einer Wohnung ist die größte Gefahr nicht das Feuer das Sie sehen können, sondern der giftige Rauch und die Gase welche durch Textilien, Teppiche, Möbel etc. bei der Verbrennung entstehen, die Sie aber nicht sehen können.
  • Beachten Sie, dass sich materielle Dinge meistens ersetzen lassen. Ein Menschenleben aber nicht. Setzen Sie sich daher keinen unnötigen Gefahren aus, sondern überlassen Sie die restlichen Arbeiten den Fachleuten.